Axel Böhme: Grenzgänger

Sie haben die Bevormundung satt. Axel Böhme (Bild) und seine Frau entschließen sich 1974 zur Flucht aus dem eingeengten Leben in der DDR. Über die Grenze eines sozialistischen „Bruderlandes“ soll es gelingen. Das junge Paar macht deshalb mit ihren beiden kleinen Söhnen regelmäßig Urlaub in den angrenzenden Staaten, um einen geeigneten Fluchtweg zu finden. Die Jahre vergehen, dann kommt der entscheidende Tipp: Jugoslawien. Es heißt, bulgarische Grenzer ließen Touristen zur Behandlung nach Jugoslawien einreisen, wenn eine schwere Krankheit vorliege. Das ist die Chance, denn Axel Böhme ist Arzt und weiß, mit welchen Medikamenten er eine Blinddarmentzündung simulieren kann. In einem Selbsttest stellt er die notwendige Dosis fest. Heidi Böhme ist aber diejenige, die das Mittel kurz vor Grenzantritt nehmen muss, denn ihr Mann ist der Blinddarm schon entfernt worden. Ihre beiden Söhne, neun und elf Jahre alt, werden über die Pläne im Unklaren gelassen.

Über Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien geht es im August 1978 an den bulgarisch-jugoslawischen Grenzübergang. Heidi Böhme hat das Medikament zu sich genommen, ihr geht es sichtbar schlecht. Die Grenzer lassen die scheinbar kranke Frau mitsamt ihrer Familie passieren. Der Plan ist aufgegangen, der erste Schritt geschafft. Weiter geht es zur jugoslawisch-österreichischen Grenze. Im Dunkeln versucht die Familie in den Westen zu gelangen, doch diesmal scheitern sie. Die jugoslawische Geheimpolizei tritt auf den Plan. Dank eines Geheimdeals mit den jugoslawischen Behörden dürfen sie weiter in die Bundesrepublik, in die Freiheit.

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Die spannende Fluchtgeschichte von Axel Böhme und seiner Familie findet sich hier in einer Playlist.

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